Inder können den Himalaja nach 30 Jahren erstmals wieder sehen

Gewöhnlich ist die Luftverschmutzung in großen Teilen Indiens extrem hoch. Jetzt ist zum ersten Mal seit 30 Jahren wieder der Himalaja sichtbar – und zwar aus fast 200 Kilometer Entfernung. Grund für das Phänomen ist der Lockdown in Indien, durch den die Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden soll.

Die Menschen im nordindischen Bundesstaat Punjab reagieren mit Ehrfurcht auf den Anblick der Himalaya-Gebirgskette, die jetzt aus rund fast 200 Kilometer Entfernung sichtbar ist. Einige sagen laut einem CNN-Bericht, sie hätten die Gipfel des Himalaja seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen.

Himalaja aus großer Entfernung sichtbar

Zahlreiche Inder aus der Großstadt Jalandhar und ihrer Umgebung haben Fotos von den Aussichten aus ihren Häusern in ihren Social-Media-Kanälen veröffentlicht.

Grund für die dramatische Verbesserung der Luftqualität in Indien ist der Lockdown der letzten Wochen. Seit 22 Tagen steht die Industrie still, es bewegen sich kaum Autos auf den Straßen und sämtliche Flüge wurden gestrichen. Die Bewohner Indiens dürfen ihre Häuser nicht verlassen, Busse und U-Bahnen wurden ausgesetzt.

Außer Lebensmittelgeschäften wurden alle anderen anderen Läden, Werkstätten, Büros, Märkte und Gotteshäuser geschlossen. Denn das Land hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität fast 6.000 Fälle von Covid-19, davon sind 178 Todesfälle.

Weniger Luftverschmutzung wegen Coronavirus

Indiens Hauptstadt Delhi verzeichnete am ersten Tag ihrer Restriktionen bereits einen Rückgang der PM10-Luftverschmutzung um bis zu 44 Prozent, ermittelte die Zentrale Umweltüberwachungsbehörde Indiens (Central Pollution Control Board). Der PM10-Standard misst luftgetragene Partikel mit einem Durchmesser von zehn Mikrometern oder weniger.

Auch anderswo in der Welt hat der Coronavirus-Lockdown positive Auswirkungen auf die Umwelt. So wurden in Barcelona nach rund 60 Jahren erstmals wieder Delphine im Hafen gesichtet.

Gut zu wissen: Indien zählt laut dem World Air Quality Report (zu Deutsch: Weltluftqualitätsberichts) 2019 von IQAir AirVisual zu den am schlimmsten verschmutzten städtischen Gebiete der Welt. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO (World Health Organization) zufolge starben im Jahr 2012 aufgrund der Luftverschmutzung 1,5 Millionen Menschen in Indien.

Photo by Saravanan Rajaraman on Unsplash

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