Maßnahmen gegen Klimawandel würden Wirtschaft zugute kommen

Maßnahmen gegen den Klimawandel sind zu teuer, heißt es oft. Doch neue Forschungsergebnisse beweisen genau das Gegenteil: Wir können uns fehlende Klimaschutzmaßnahmen nicht leisten.

Eine am Dienstag im Wissenschaftsmagazin „Nature“ veröffentlichte Studie kommt zu dem Schluss, dass die Weltwirtschaft bis zum Ende des Jahrhunderts mindestens 150 Billionen bis zu 792 Billionen US-Dollar verlieren wird, wenn die Länder ihre Treibhausgasemissionen nicht so eindämmen, wie es im internationalen Pariser Abkommen vereinbart wurde.

Klimawandel kann zu globaler Katastrophe führen

Ein Mitverfasser der Studie, Biying Yu vom Beijing Institute of Technology, sagte gegenüber „CBS News“, dass die internationale akademische Gemeinschaft sich darüber einig sei, dass „der Klimawandel zu einer globalen Katastrophe führen kann“. Eine Untätigkeit könne zu „erheblichen sozioökonomischen Verlusten“ führen.

Auf der Pariser Klimaschutzkonferenz im Dezember 2015 haben sich 195 Länder erstmals auf ein allgemeines, rechtsverbindliches weltweites Klimaschutzübereinkommen geeinigt. Dessen Ziel ist es, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, um einem Klimawandel entgegenzuwirken.

Vor und während der Pariser Konferenz haben die Länder zur Abschwächung des Klimawandels umfassende nationale Klimaschutzpläne vorgelegt. Der Hauptaugenmerk dieser Verpflichtungen besteht darin, den Verbrauch fossiler Brennstoffe in den kommenden Jahren drastisch zu senken. Sprich: Kohle, Öl und Gas sollen in Zukunft nicht mehr als Energiequelle genutzt werden. 

Geringerer wirtschaftlicher Schaden durch Klimaschutz

Die aktuelle Untersuchung zeigt nun: Je weniger sich der Globus erwärmt, desto geringer ist der wirtschaftliche Schaden. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Länder ihre Klimaziele erreichen und gleichzeitig eine Steigerung ihres Nettoeinkommens verzeichnen könnten.

Konkret bedeute das: Wenn die Länder dazu in der Lage seien, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, liege der globale wirtschaftliche Nettonutzen bis zum Jahr 2100 zwischen 127 Billionen und 616 Billionen US-Dollar. Dabei setze sich der wirtschaftliche Nettonutzen aus den vermiedenen Klimaschäden abzüglich der Kosten für die Eindämmung der Erwärmung zusammen.

Auch Noah Kaufman, ein Klima- und Energieökonom von der Columbia University, stimme der Zeitung zufolge zu, dass aggressive Maßnahmen sowohl der Erde als auch der Wirtschaft zugute kämen. „Die Literatur zeigt mit überwältigender Mehrheit, dass der wirtschaftliche Nutzen ernsthafter Eindämmungsbemühungen die Kosten auf lange Sicht übersteigt“, sagte er.

Befürchtung: Regierungen könnten zu kurzsichtig sein

Trotz dieser Erkenntnisse sei Biying Yu besorgt, dass die Regierungen zu kurzsichtig sind. „Da viele Länder und Regionen aufgrund der hohen Kosten für die Treibhausgasreduzierung in der Anfangsphase ein negatives Nettoeinkommen hätten, könnten sie sich weigern, die derzeitigen Klimaschutzmaßnahmen kurzfristig zu beschleunigen.“

Photo by Davide Cantelli on Unsplash

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